Fujitsu U772 im Test - Business Ultrabook mit LTE Option

Als einer der letzten renommierten Notebookhersteller ist jetzt auch Fujitsu mit seinen ersten Ultrabooks in Deutschland auf dem Markt vertreten. Die Fujitsu Lifebook U772 Serie hat eine Bildschirmdiagonale von 14 Zoll, setzt komplett auf die aktuellen Ivy Bridge CPUs von Intel und ist in den Farben Silber und Rot erhältlich. Fujitsu hat uns freundlicherweise das rote Modell VFY:U7720M25R1DE mit dem Intel Core i5-3317U (2 x 1,7-2,6 GHz), 4GB RAM, 500 GB HDD + 32 GB SSD-Cache und Windows 7 Professional für unseren ersten eigenen Ultrabook Test überlassen. Wie sich das ca 1.100 Euro (04.08.2012) teure Business Ultrabook im Test geschlagen hat, verrät der nachfolgende Artikel. Foto: Fujitsu
Unboxing und Zubehör
Auf UltrabookPictures, dem gemeinsamen Youtube Channel von www.ultrabook-king.de und www.ultrabook-info.de, haben wir ein Unboxing Video des Fujitsu U772 veröffentlicht.
Beim Zubehör gibt es nichts Besonderes zu berichten: Neben einem Quick Star Guide, den übliche Recovery DVDs und den Kabeln für den Anschluss ans Stromnetz findet sich in der Packung nur noch ein Adapter für den LAN Port, der wegen der flache Bauweise keinen Platz an den Gehäuseseiten gefunden hat.
Für die Varianten mit Docking-Anschluss will Fujitsu einen proprietären Port Replikator für ca. 100 Euro anbieten.
Gehäuse und Schnittstellen

Fujitsu wirbt mit einem Magnesium-Gehäuse, das nicht nur auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht. Die seidig-matte Oberfläche, die sich auch an der Unterseite des Ultrabooks wiederfindet, changiert bei wechselnden Beleuchtungswinkeln zwischen Nuancen von Rot und wirkt dabei sehr edel. Handballenablage, Tastatureinfassung und die Seiten zeigen eine matt glänzende, schwarze Oberfläche mit einem angedeuteten Brushed Metal Finish. Die Displayeinfassung besteht ebenso wie die Oberfläche des Touchpads aus mattem Kunststoff. Leider zeigen sich insbesondere die schwarzen Oberflächen empfindlich gegen Fingerabdrücke, die sich auch nur mit einem gewissen Aufwand wieder entfernen lassen. Am besten nimmt man dazu ein leicht feuchtes Mikrofasertuch und wischt trocken nach. Alternativ kann man natürlich warten, bis man überall einmal angefasst hat, dann dürfte sich wieder ein homogenes Bild ergeben ;-)
Für ein Ultrabook mit 14 Zoll Bildschirmdiagonale ist das Fujitsu U772 angenehm kompakt ausgefallen. Die Maße liegen im Bereich eines typischen 13,3 Zoll Ultrabooks. Mit einer Höhe von knapp 15,6 mm und einem Gewicht von ca. 1,4 kg gehört Fujitsus Debütant außerdem zu den dünnsten und leichtesten Ultrabooks seiner Klasse.
In Sachen Verarbeitungsqualität und Ergonomie gibt sich das Lifebook U772 keine Blöße: Es gibt keine überstehenden Kanten, die Spaltmaße sind perfekt, das Ultrabook lässt sich auch mit Krafteinsatz weder zu- noch aufgeklappt verwinden und sogar der dünne Deckel ist viel stabiler, als man vermuten würde. Die Ecken sind abgerundet und scharfe Kanten sucht man vergeblich. Der Bildschirm lässt sich bis auf ca. 160° aufklappen und schwingt bei ruckartigen Positionsänderungen des Ultrabooks kurz nach.
Lüftungsschlitze gibt es hinten links unten und an der hinteren linken Seite. Links befinden sich auch der 3,5 mm Klinkenstecker für Audio sowie die Öffnung für Kensington Lock und der USB 2.0 Port. An der schmalen Vorderkante haben die Status LEDs für Festplatte, Akku etc. Platz gefunden. Weitere LEDs sind oben rechts über der Tastatur neben dem Power Button und der ECO-Taste angeordnet. Auf der rechten Seite finden sich schließlich die beiden USB 3.0 Anschlüsse, der Standard HDMI Port, der SD-Kartenleser sowie der proprietäre Anschluss für LAN, für den der oben erwähnte Adapter benötigt wird. Der Kartenleser hat beim Test übrigens kurz für Panik gesorgt: Eine eingesteckte SD-Karte von Sandisk ließ sich nur durch Fummelei wieder entnehmen. Gegenproben mit anderen SD-Karten verschiedener Hersteller haben das Problem bestätigt, das allerdings nicht bei jedem Gerät auftreten muss. An der Unterseite befindet sich bei unserem Modell der Docking Anschluss, wobei wir die Funktionsfähigkeit mangels Portreplikator nicht testen konnten. Den ebenfalls vorhandenen Steckplatz für eine SIM-Karte haben wir nicht ausprobiert, weil ein entsprechendes LTE/UMTS-Modul im Gerätemanager nicht auszumachen war.
Lautstärke und Wärmemanagement
Insgesamt ist das Fujitsu Lifebook U772 ein ruhiger Zeitgenosse. Im Normalbetrieb kaum wahrnehmbar, dreht das Ultrabook unter Last zwar hörbar auf und macht sich mit deutlichem Rauschen des Lüfters bemerkbar, stören wird die ohnehin nur selten auftretende Maximallautstärke aber wohl nur empfindlichere Naturen. Von Zeit zu Zeit ist ein hochfrequentes Pfeifen zu hören, das wir ebenfalls nicht als besonders störend empfunden haben. Man muss allerdings sagen, dass die Beurteilung von Laufgeräuschen eine sehr subjektive Angelegenheit ist. Was den einen nicht stört, kann ein anderer als hochgradig lästig empfinden - da hilft nur ausprobieren.
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Unter Last wird das U772 für unser Empfinden sehr warm. In Bereichen wie der Handballenablage, wo man normalerweise Kontakt mit dem Gehäuse hat, sind längere Berührungen noch nicht unangenehm, was aber nicht für den Bereich oberhalb der Tastatur und erst recht nicht für die obere Rückseite gilt. Besonders der Bereich um die obere linke Ecke wird so heiß, dass man das Gerät dort nicht länger als eine Sekunde anfassen mag. Auf der Unterseite und an der Seite sitzen an der besagten Stelle runde Lüftungsschlitze, sodass wir davon ausgehen, dass dort die CPU verbaut wurde. Diese Lüftungsschlitze sollten zumindest unter Last unbedingt frei gehalten werden, von der Verwendung weicher Unterlagen wird daher abgeraten.
Tastatur und Touchpad

Die Anordnung der flachen, mattschwarzen Tasten entspricht erfreulicherweise weitgehend dem Standard. Der Tastenhub ist so flach bzw. kurz, dass man eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt, um mit der Tastatur halbwegs das normale Schreibtempo zu erreichen. Der Tastenwiderstand ist angenehm und der Druckpunkt deutlich zu spüren. Die Tastaturmitte biegt sich bei Druck durch. Insgesamt gefällt die Tastatur des U772 gut und ist als leicht überdurchschnittlich zu bezeichnen. Schade, dass es trotz gehobener Preisklasse nicht für eine Tastaturbeleuchtung gereicht hat.
Das Touchpad ist ein Clickpad, das sich unten links und rechts herunterdrücken lasst, um die Maustasten zu simulieren, wobei die gesamte Oberfläche bis auf die ganz äußeren Randbereiche berührungsempfindlich ist und zum Navigieren genutzt werden kann. Trotzdem könnte die Fläche größer sein. Das Touchpad beherrscht Mehrfingergesten wie das Scrollen in Dokumenten und auf Internetseiten mit zwei Fingern sowie das von Smartphones uns Tablets bekannte Pinch-to-Zoom. Bei unserem Testgerät musste man die zusätzlichen Funktionen allerdings erst im Treiber freischalten. Das Steuern des Mauszeigers gelingt sicher und ruckelfrei ohne spürbare Verzögerung.
Display
Zunächst ist die für ein 14 Zoll Display mit 1.366 x 768 Pixeln aus unserer Sicht zu geringe Auflösung zu bemängeln, die wenig Platz für Text und Bedienelemente von Programmen bietet und so z.B. auf Webseiten zu häufigem Scrollen zwingt. Hier hätten wir gerne 1.600 x 900 Pixel gesehen. Dank matter Displayoberfläche reicht die maximale Helligkeit für die Benutzung im Freien aus, in nicht zu hellen Innenräumen kann man mit etwa 50 % Helligkeit angenehm arbeiten. Für ein TN-Panel ist die horizontale Blickwinkelstabilität in Ordnung, während sich die ohnehin schon leicht flauen Farben und Kontraste bereits bei geringen Änderungen des vertikalen Blickwinkels deutlich verändern, was massiv stört. An der Schärfe gibt es hingegen nichts auszusetzen. Insgesamt kann der Bildschirm des Fujitsu U772 für ein Ultrabook dieser Preisklasse nicht ganz überzeugen, ist aber besser als viele andere Ultrabook Displays auf Basis von TN-Panels.
Performance
In Sachen Geschwindigkeit gibt sich die verbaute Kombination aus Intels Ivy Bridge CPU Core i5-3317U, CPU-Grafikeinheit Intel HD 4000 und 4 Gigabyte DDR3 RAM keine Blöße. Anwendungen starten ohne nennenswerte Verzögerungen und die gesamte Bedienung läuft insgesamt flüssig. Der voreingestellte Energiesparplan „Fujitsu Computer EcoSettings“ drosselt die CPU im Akkubetrieb auf maximal 50 % Leistung, was sich bremsend bemerkbar macht. Wer auch unterwegs mehr Leistung benötigt und sich dafür mit reduzierter Laufzeit begnügt, kann den Energiesparplan anpassen oder die Windows Voreinstellung „Ausbalanciert“ wählen. Mithilfe einer separaten, konfigurierbaren ECO-Taste können Leistung und Stromverbrauch zu jeder Zeit per Knopfdruck angepasst werden.
Benchmarks & SSD-Cache
Wir haben die kostenlose Basisvariante des Benchmarks PCMark 7 mehrfach unter verschiedenen Energiesparplan-Einstellungen laufen lassen. Hier die Ergebnisse:
1. Energiesparplan Höchstleistung Netzbetrieb 1. Durchlauf: 3.714 Punkte
2. Energiesparplan Höchstleistung Netzbetrieb 2. Durchlauf: 3.756 Punkte
3. Energiesparplan Höchstleistung Netzbetrieb 3. Durchlauf: 3.798 Punkte
In den Einzelauswertungen kann man sehen, dass die Steigerung in der Gesamtpunktzahl ausschließlich auf Verbesserungen der Datenträgerleistung zurückzuführen ist. Das dürfte mit Sicherheit am 32 Gigabyte fassenden SSD-Cache liegen und ist der Beweis dafür, dass die Technik so funktioniert, wie sie soll: Wird mehrfach auf Daten oder Programme zugegriffen, die ja alle zunächst auf der normalen Festplatte liegen, werden Kopien davon auf der SSD abgelegt und beim nächsten Zugriff von dort statt von der Festplatte geladen, was natürlich deutlich schneller geht.
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4. Energiesparplan Fujitsu Computer EcoSettings Akkubetrieb: 1.936 Punkte
5. Energiesparplan Fujitsu Computer EcoSettings Netzbetrieb: 3.073 Punkte
Für den zweiten regulären Kaltstart nach Initialisierung und Geräteinstallation benötigte das U772 knapp 40 Sekunden. Da dieser Wert nach mehrfachem Booten auf etwas über 30 Sekunden gesunken ist, ist davon auszugehen, dass das SSD-Caching auch beim Systemstart zum Tragen kommt. Der Start aus dem S4 Ruhezustand Suspend to Disk dauerte über 20 Sekunden, was verwundert, da Intel hier einen Wert von maximal 7 Sekunden verlangt. Die 7 Sekunden unterbietet das Fujitsu Ultrabook zwar deutlich, aber nur beim Standbymodus S3 Suspend to RAM, bei dem der Speicher weiter mit Strom versorgt wird. Wir haben Intel gefragt, was davon zu halten ist oder ob hier nur ein Missverständnis vorliegt. Die Antwort werden wir später an dieser Stelle ergänzen.
Diablo III und Adobe Photoshop Lightroom 4.1
Ultrabooks ohne dedizierten Grafikchip sind nicht zum Spielen gedacht. Wir haben daher nur das zwar aktuelle, grafisch aber nicht sehr anspruchsvolle Diablo III ausprobiert und waren positiv überrascht: Auf mittleren Einstellungen und ohne Antialiasing lief das Game mit 20-40 Bildern pro Sekunde so flüssig, dass der Spielspaß nicht beeinträchtigt wurde. Wir waren allerdings nur solo unterwegs. Wie die Sache in einer Multiplayerpartie mit hoher Effektdichte aussieht, können wir nicht sagen, allerdings kann man ja im Spielmenü Grafik und Effekte noch auf niedrig einstellen, was wieder etwas Luft verschaffen dürfte.
Als Beispiel für ein Anwendungsprogramm, dass die CPU auch fordert, haben wir Adobe Lightroom in der Version 4.1 ausgewählt. Die Software stützt sich bei ihren durchaus rechenintensiven Grafikberechnungen ausschließlich auf die CPU und macht im Gegensatz etwa zu Photoshop CS6 keinen Gebrauch von vorhandenen Grafikchips. Während die Bildbearbeitung unter Verwendung des Energiesparplans „Höchstleistung“ recht flüssig von der Hand ging, waren bei einer unter den „Fujitsu Computer EcoSettings“ im Akkubetrieb auf 50 % gedrosselten CPU schon spürbare Verzögerungen beim Öffnen von Bildern und der Anwendung komplexerer Bildkorrekturen zu bemerken.
Business Features: Docking Port und Sicherheitsfunktionen
Die Fujitsu U772 Reihe bietet dem Business User eine Reihe von Sicherheitsfunktionen an. Zu nennen sind hier Intels AntiTheft Technologie als integraler Bestandteil der Ivy Bridge Prozessorplattformen, ein auch TPM-Chip genanntes Trusted Platform Module sowie systemweite, hardwarebasierte Festplattenverschlüsselung (nicht BitLockler, das gibt es erst ab Windows 7 Ultimate) und der Fingerprint Reader. Optional ist ein an der Unterseite befindlicher Docking Port zu bekommen.
Akkulaufzeit und Ladezeit
Während Fujitsu von Akkulaufzeiten von bis zu zehn Stunden spricht, war bei uns bei 50 % Helligkeit mit aktiviertem WLAN und zumeist schlafender Festplatte nach knapp sieben Stunden bei 10 % Restkapazität Schluss. In dieser Zeit wurde das U772 nicht angefasst und der Bildschirm war durchgehend aktiv, während die Festplatte sich nach 5 Minuten Inaktivität schlafen legen durfte. Das Aufladen von zehn auf 100 % ging dann in sehr schnellen 1,5 Stunden über die Bühne. Dazu muss man sagen, dass Akkus in der Regel erst nach einigen Ladezyklen ihre voll Kapazität erreichen, weshalb hier bei längerer Nutzung noch Luft nach oben ist.
Fazit
Das Fujitsu Lifebook U772 glänzt mit einer durchdachten Kombination aus Mobilität und Sicherheitsfeatures, die vor allem (aber nicht nur) professionelle Anwender im beruflichen Umfeld ansprechen wird. Ein echtes Highlight ist das schicke, stabile und hochwertig wirkende Gehäuse aus Magnesium mit seinen schönen Oberflächen, die allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke sind. Obwohl keine Unibody-Konstruktion, muss sich das Lifebook nicht hinter dem Asus Zenbook (Prime) als bisherigem Primus in Sachen Gehäuse verstecken. Gleichzeitig zeigt sich das U772 als ungewöhlich kompakter und leichter 14-Zöller mit fast rahmenlosem Display, was den Mobilitätsanspruch genauso unterstreicht wie die relativ lange Akkulaufzeit und die kurze Ladedauer. An der gebotenen Anschlussvielfalt gibt es nichts auszusetzen. Größter Schwachpunkt ist wieder einmal das immerhin matte Display, von dem wir uns eine höhere Auflösung, bessere Kontraste und Farben sowie vor allem mehr vertikale Blickwinkelstabilität gewünscht hätten. Tastatur und Touchpad sind unauffällig bis gut. Statt mit unerträglichem Lüfterlärm bekommt man es beim Fujitsu U772 eher mit einem bei Volllast tweilweise überhitzen Gehäuse zu tun. Der in unserem Modell verbaute SSD-Cache funktioniert und sorgt zusammen mit dem Intel Core i5 für flüssige Bedienung, ohne allerdings das "Alles-sofort-da-Gefühl" einer reinen SSD zu erreichen. In Sachen Sicherheit schließlich bietet das U772 alle uns bekannten Technologien für Datensicherheit und Geräteortung an und dürfte somit in diesem Bereich State of the Art sein.
Gesamtwertung: 7/10
Preis/Leistung : 6/10
Modellübersicht folgt.
Die Kollegen von Ultrabook-King.de haben ebenfalls ein Lifebook U772 getestet, allerdings ein Testmodell mit einer reinen SSD und einem etwas schnelleren Prozessor. Wer sich für das U772 interessiert, findet dort weitere Informationen.
Wenn Ihr über das getestete Ultrabook und/oder den Testbericht als solchen Eure Meinung äußern und diskutieren wollt oder weitere Fragen habt, könnt Ihr das in den Kommentaren zu diesem Artikel tun oder sehr gerne auch in unserem Forum, wo wir einen passenden Thread erstellt haben.
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