Lenovo U310 im Test: Gute Noten für das günstige Ultrabook

Mitte Juni hatten wir ja bereits die technischen Eigenschaften der in verschiedenen Farben lieferbaren Lenovo IdeaPads U310 vorgestellt. Inzwischen liegen auch einige englisch- und deutschsprachige Testberichte, Kundenrezensionen bei Amazon und das ausführliche Feedback eines unserer Leser vor. Da sich das U310 gemessen an unseren Leserzahlen offenbar großer Beliebtheit erfreut, fassen wir im folgenden Artikel zusammen, wie das preiswerte Ultrabook bei Testern und Käufern angekommen ist. Details zur Ausstattung und Links zu ausführlichen Datenblättern mit Preisvergleich finden sich in diesem Artikel. Foto: Lenovo
Gehäuse und Geräuschkulisse
Das Lenovo U310 erfüllt alle Bedingungen, um sich Ultrabook nennen zu dürfen, stellt aber in Sachen Gewicht und Flachheit keine neuen Rekorde auf. Die Höhe von 18 mm stellt vielmehr die mögliche Obergrenze für Ultrabooks dieser Größe dar. Das Aluminiumgehäuse hat einen insgesamt guten Eindruck hinterlassen und wird als schlicht und solide beschrieben, wobei der untere Teil mit dem Bereich rund um die Tastatur empfindlich gegenüber Fingerabrücken sein soll. Weniger stabil sind Tastatur und Displaydeckel ausgefallen, die sich unter Krafteinwirkung eindrücken bzw. verwinden lassen. Das Display ist in einen glänzenden, schwarzen Kunststoffrahmen eingefasst, die ebenfalls schwarze Tastatur bildet einen schönen Kontrast zur silbrig glänzenden Oberfläche der Handballenablage. Käufer und Tester haben sich besonders im Hinblick auf den niedrigen Preis übereinstimmend beeindruckt von der Qualität und der Anmutung des Gehäuses gezeigt.
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Das Lüfter- und Wärmemanagement funktioniert gut: Selbst unter Dauerlast bleibt das Ultrabook im unauffälligen Temperaturbereich und der Lüfter, dem von einigen Käufern ein etwas hochfrequentes Drehgeräusch bescheinigt wird, angenehm ruhig. Hörbare und bei anderen Modellen oft nervende Drehzahlschwankungen sind nicht zu verzeichnen. Will man den Hauptspeicher erweitern und/oder die Festplatte tauschen, erweist sich das Fehlen von entsprechenden Klappen am Gehäuse als massives Hindernis.
Display
Beim Bildschirm setzt Lenovo auf ein günstiges TN-Panel mit einer bei diesem Format üblichen Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln, das gegenüber der Vorgängergeneration Lenovo U300s blickwinkelstabiler geworden sein soll und als ausreichend scharf bei durchschnittlichen Farben und Kontrasten beschrieben wird. Den Betrieb im Freien erschwert die reflektierende Oberfläche im Zusammenhang mit der unterdurchschnittlichen Helligkeit, wobei hohe Helligkeitseinstellungen durchaus ein angenehmes Arbeiten ermöglichen.
Tastatur und Touchpad
Der Chicklet-Tastatur mit flachen Tasten, gut spürbarem Druckpunkt und für Ultrabook-Verhältnisse ausgeprägtem Tastenhub fehlt eine Tastaturbeleuchtung. Nach einer layoutbedingten Eingewöhnungszeit lässt es sich den Testberichten zufolge mit der AccuType Tastatur komfortabel schreiben.
Das Touchpad mit Glasoberfläche ist leicht texturiert und hat keine separaten Maustasten, stattdessen lässt sich das ganze Clickpad genannte Touchpad am unteren Ende rechts und links herunter drücken und bietet dabei ein gutes haptisches Feedback. Die Bedienung gelingt ohne Probleme auch mit Mehrfingergesten präzise und sicher. Schreibt man auf der Tastatur, wird das Clickpad durch eine Funktion namens Smart Sensor kurzfristig deaktiviert, um unbeabsichtigte Eingaben zu vermeiden. Foto: Lenovo
Leistung, Massenspeicher, Akkulaufzeit
In Sachen CPU- und Speicherperformance unterscheiden die IdeaPads U310 sich nicht nennenswert von anderen Ultrabooks mit vergleichbarer Ausstattung. Die untersuchte Konfiguration mit einem Intel Core i5-3317U (2 x 1,7-2,6 GHz, TDP 17 W) und 4 Gigabyte RAM ermöglicht völlig flüssiges Arbeiten auch bei hoher Speicherauslastung oder der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Anwendungen. Bei sehr hoher Belastung beider Kerne über einen längeren Zeitraum greift laut Notebookcheck.com allerdings kaum noch der Turbo-Modus, der den Kerntakt auf bis zu 2,6 GHz anheben kann. In solchen extremen Belastungssituationen hat sich das Testgerät temperaturbedingt regelmäßig auf den Standardtakt von 1,7 GHz beschränkt, was durchaus kritisch zu sehen ist.
Der zusätzlich zu den 320 bzw. 500 Gigabyte fassenden Festplatten verbaute SSD-Cache mit einer Kapazität von 32 Gigabyte sorgt wie von Lenovo versprochen für den beschleunigten Start mehrfach genutzter Anwendungen und verbessert nach mehreren Durchläufen auch die Ergebnisse synthetischer Benchmarks deutlich. Ein Kaltstart benötigt ca. 20 und das Erwachen aus dem Ruhezustand knapp 3 Sekunden. Spielen kann man mit dem U310 nur ältere und grafisch anspruchslose Titel, für akzeptable Frameraten reicht die Leistung des CPU-Grafikkerns Intel HD 4000 bei aktuellen, aufwändigeren Games nicht aus. Die erwarteten Varianten mit dediziertem Grafikchip wurden hierzulande bislang (11.07.2012) nicht gesichtet. Foto: Lenovo
Die gemessenen Akkulaufzeiten bleiben hinter Lenovos Ankündigung von bis zu sieben Stunden zurück. Bei maximaler Last und Bildschirmhelligkeit wurden knapp 2 Stunden gemessen, bei praxistypischer, mittlerer Last über vier Stunden und bei geringster Last und Helligkeit 6,5 Stunden. Foto: Lenovo
WLAN Probleme
Einer unserer Nutzer hat uns von einem sehr geringen Datendurchsatz des bei seinem U310 verbauten 802.11n WLAN Moduls berichtet, und dieses Problem hat er nicht als Einziger, wie man einem entsprechenden Thread im Lenovo Forum entnehmen kann. Offenbar kommen unterschiedliche WLAN Module verschiedener Hersteller zum Einsatz, die für die schwache Performance in diesem Bereich verantwortlich sind. Ob sich das durch künftige Treiber- und BIOS-Updates verbessern lässt und ob dieses Problem überhaupt bei allen U310 Ultrabooks auftritt, konnten wir noch nicht ermitteln.
Fazit
Wenn man das Lenovo IdeaPad U310 beurteilt, sollte man dabei immer die sehr günstigen Preise ab 699 € (11.07.2012) für die Varianten mit Intels Core i5 im Auge behalten. Dafür erhält man ein leistungsfähiges, vollwertiges Ultrabook mit einem hochwertigen und schicken Gehäuse, ordentlichem Bildschirm und vielen sinnvoll platzierten Schnittstellen in Standardgröße, bei dem unter der Haube Intels neueste ULV-Prozessoren der Ivy Bridge Generation werkelt. Sicher gibt es auch flachere und leichtere Ultrabooks - aber meist erst für ein paar Hunderter mehr. Der SSD-Cache bringt gegenüber einer reinen Festplatte einen deutlich spürbaren Geschwindigkeitsvorteil. Taststatur und Touchpad haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Kleinere Schwächen sind die relativ kurze Akkulaufzeit, der schwache Turbo Modus der CPU und nicht zuletzt die ungeklärte Problematik des geringen WLAN-Datendurchsatzes. Für Kopfschütteln sorgt bei uns, dass es nicht für Gigabit LAN gereicht hat und man sich mit Fast Ethernet begnügen muss. Wer sich damit arrangieren kann oder auf eine Verbesserung durch künftige Updates hofft, bekommt mit dem Lenovo IdeaPad U310 richtig viel Ultrabook für sein Geld.
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Quellen: The Verge, Notebookcheck.com, eigene
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