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Ultrabooks der dritten Generation: Neue Vorgaben für Haswell

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Heise.de wurde im Rahmen der IDF in San Francsico ein eigentlich nur für Notebookhersteller vorgesehenes Papier zugespielt, das einen Blick auf die Änderungen an Intels Vorgaben für Ultrabooks der dritten Generation gewährt. Die neuen Prozessorplattformen, die unter dem Codenamen Haswell geführt und für Mitte 2013 erwartet werden, werden weiterhin im 22-Nanometer-Prozess gefertigt, der schon bei den aktuellen Ivy Bridge CPUs zum Einsatz kommt. Haswell soll allerdings durch verbesserte 3D-Trigate-Transistoren im Leerlauf bis zu 20 mal weniger Energie verbrauchen als Ivy Bridge, das in dieser Hinsicht etwas enttäuscht hat.

Akkulaufzeit von mindestens neun Stunden

Die verringerte Leistungsaufnahme von Haswell soll sich vor allem in längeren Akkulaufzeiten niederschlagen. Waren bisher fünf Stunden das Minimum, sollen auf Haswell basierende Ultrabooks dem Heise vorliegenden Dokument zufolge unter Windows 8 mindesten neun Stunden durchhalten. Das stellt sicher, dass der verminderte Stromverbrauch von den Herstellern nicht einfach durch den Einbau billigerer, weniger leistungsfähiger Akkus konterkariert wird.

HD Webcams und duale Mikros

Damit Notebooks sich mit der Bezeichnung Ultrabook schmücken dürfen, ist künftig auch eine HD-fähige Webcam erforderlich. Zudem sind bei Haswell mindestens zwei Mikrofone Pflicht, um Störgeräusche besser herausfiltern zu können. Zusammen mit der HD-Webcam soll diese Vorgabe für bessere Verständlichkeit bei Videokonferenzen sorgen und eine funktionierende Sprachsteuerung bei Ultrabooks sicherstellen. Ob auch eine vorinstallierte Sprachsteuerungssoftware erforderlich ist, konnten wir den bisherigen Informationen nicht entnehmen.

WLAN und Intel Wireless Display (Wi-Di)

Bei den Anforderungen für drahtloses LAN geht Intel über die Spezifikationen von IEEE 802.11n hinaus, die einen Datenstrom mit mindestens 150 Mbit/s für jede Richtung vorsehen. Auf Haswell basierende Ultrabooks müssen hingegen zwei Ströme pro Richtung beherrschen, die zusammen mindestens eine Übertragungsrate von 300 Mbit/s aufweisen müssen. Das gerade eben erst in Form erster erhältlicher Router auf dem Markt angekommene, neue WLAN nach IEEE 802.11ac ist auch erlaubt, aber kein Muss. Pflicht wird mit Haswell hingegen ein Centrino-WLAN-Modul, das Intels Wireless Display Technologie beherrscht, mit der entsprechend ausgestattete Displays und Fernseher drahtlos angesteuert werden können.

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Smart Connect und SSD-Caching werden Pflicht

Smart Connect ist eine Technolgie, die dafür sorgt, dass beispielsweise Statusmeldungen von Social Media Diensten wie Facebook und neue E-Mails bereits vorliegen, wenn der User sein Ultrabook aus dem Standby aufweckt, ohne dass diese nach dem Aufwachen erst geladen werden müssen. Im Gegensatz zu Connected Standby, das den selben Zweck erfüllt, muss das Ultrabook dafür aber in regelmäßigen Abständen kurz aus dem Ruhezustand geholt werden, damit die Anwendungen ihre Aktualisierungen abfragen können (pull).

Schon heute müssen Ultrabooks innerhalb von sieben Sekunden aus dem Ruhezustand S4 (Suspend to Disk) aufwachen. Bei S4 wird der Inhalt des Arbeitsspeichers auf ein nicht flüchtiges Medium gespeichert und im Zuge des Aufweckens von dort wieder geladen, sodass der Nutzer genau an der Stelle weitermachen kann, wo er aufgehört hat, ohne Programme etc. neu starten zu müssen. Da das Einlesen von herkömmlichen Festplatten zu lange dauern würde, kommt für diese Funktion nur SSD-Speicher infrage. Aktuelle Ultrabooks aus dem unteren und mittleren Preissegment, die aus Kostengründen nicht auf reine SSDs setzen, verfügen daher immer neben einer Festplatte noch über separaten SSD-Speicher in Größen von meist 16 Gigabyte, der einzig und allein der Aufnahme des Speicherinhaltes und der schnellen Bereitstellung desselben beim Aufwachen dient.

Andere Hersteller nutzen die kleinen SSDs auch für das sogenannte SSD-Caching, das den Start von häufig genutzen Anwendungen und auch den Systemstart als solchen beschleunigt. Dazu werden häufig genutze Daten und Anwendungen (teilweise) auf die SSD kopiert und künftig von dort statt von der Festplatte angefordert, was für eine deutlich flüssigere Bedienung sorgt. Dieses SSD-Caching wird ab der dritten Ultrabook Generation unabdingbar. Die zugrundeliegende Technologie nennt sich Intel Rapid Start.

Ultrabook Transformation

Sensoren für Convertibles, Virenschutz und Multitouch

Auf Haswell Ultrabooks muss der Hersteller ein Antivirenprogramm und/oder Windows 8 mit seinem eingebauten Virenschutz installieren. Bei Convertibles müssen die von Tablets und Handy bekannten Sensoren (Lagesensor, Beschleunigungssensor, Kompass, Umgebungslichtsensor) vorhanden sein. Ob auch GPS zum Pflichtprogramm gehört, geht aus den aktuellen Berichten nicht hervor. Die Vorgaben zur maximalen Höhe der Geräte haben sich nicht geändert: Bis 14 Zoll Bildschirmdiagonale sind maximal 18 mm erlaubt, darüber 21 mm, bei Convertibles jeweils 2 mm mehr. Die Touchpads der 2013er Ultrabooks müssen Multitouch beherrschen, was für Ivy Bridge noch nicht vorgeschrieben war.

Die Kür: Display und Schnittstellen

Wir schon bisher gibt es neben den Must-haves natürlich auch noch ein Wunschliste mit Nice-to-haves von Intel an die Hersteller. Hier stehen Full-HD-Displays mit weiten Einblickwinkeln ganz oben, aber auch Schnittstellen wie NFC, UMTS (3G), LTE (4G) und Thunderbolt würde Intel gerne bei der dritten Ultrabook Generation sehen.

Ultrabook-Info meint: Intel, das geht genau in die richtige Richtung. Die Akkulaufzeit im Zusammenhang mit dem viel niedrigeren Energieverbrauch im Leerlauf und die neuen Vorschriften zu WLAN und Wi-Di unterstreichen die Mobilität, der Zwang zu SSD-Caching kommt spät, wird aber für eine durchgängig flüssigere Bedienung sorgen. Smart Connect ist einfach eine super Idee, wobei wir uns fragen, wann denn mal das noch smartere Connected Standby kommt, das ja schon von Beginn an auf der Agenda steht. Jedes Convertible Ultrabook, das als Tablet genutzt werden kann, braucht natürlich die Tablet-typischen Sensoren. Und der noch unverbindliche Wunsch nach besseren Displays spricht sicher vielen Ultrabook-Interessenten aus dem Herzen, denn hier liegt bis heute eine der größten Schwächen vieler aktueller Ultrabooks.

Was bleibt ist die Sorge, dass die Ultrabooks der dritten Generation durch die neuen Vorgaben wieder zu teuer für das absatzstarke mittlere Preissegment werden könnten. Hier kann man nur hoffen, dass die Ultrabook-Bauteile sich bis Mitte 2013 so stark verbilligen, dass die Hersteller sich nicht wieder gezwungen sehen, überall dort über die Maßen zu sparen, wo Intel keine Vorgaben macht - wie etwa beim Bildschirm.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Bericht basiert auf von Intel unbestätigten Informationen aus einer inoffiziellen Quelle. Obwohl wir keinen Grund haben, am Wahrheitsgehalt der Angaben von Heise.de zu zweifeln, weisen wir der guten Ordnung halber darauf hin, dass die Infos mit der entsprechenden Zurückhaltung zu betrachten sind.

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